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Lohnarten

Die Lohnabrechnung mag auf den ersten Blick wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen. Doch keine Sorge! Dieser Artikel lüftet das Geheimnis der Lohnarten– dem Dreh- und Angelpunkt jeder Gehaltsberechnung.

Was sind Lohnarten und wieso sind sie so wichtig?

Was?

Lohnarten sind die zentralen Bausteine in deinem Lohnprogramm. Sie sind nichts anderes als Kategorien oder Regeln, die festlegen, wie eine Zahlung oder ein Abzug auf der Gehaltsabrechnung behandelt werden muss.

  • Handelt es sich um Bruttolohn (z.B. Stundenlohn, Gehalt, Zulagen)?
  • Muss die Lohnart versteuert werden?
  • Müssen Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) abgeführt werden?
  • Wird es als Nettoabzug behandelt (z.B. Pfändungen, Essensgeld)?

Jede Lohnart hat also eine Art "Steckbrief" mit allen notwendigen Parametern.

Wieso? Weshalb? Warum?

Lohnarten sind entscheidend, weil sie die korrekte Berechnung von Brutto- zu Nettogehalt und die ordnungsgemäße Abführung von Steuern und Sozialabgaben an die Behörden sicherstellen. Ohne korrekt eingerichtete Lohnarten wäre eine gesetzeskonforme Gehaltsabrechnung unmöglich. Sie sind das Herzstück der Effizienz und Rechtssicherheit in der Personalbuchhaltung.

Wie wird das "Herzstück" eingerichtet?

Wer?

Die Einrichtung und Verwaltung der Lohnarten wird in der Regel von Personalbuchhaltern oder Steuerberatern vorgenommen, die mit dem jeweiligen Lohnprogramm arbeiten.

Wie?

Die Lohnarten-Einrichtung beginnt mit einer grundlegenden Entscheidung im Lohnprogramm (oft unter einem Menüpunkt wie OrganisationMandantLohnarten): Wie soll der Lohnartenstamm (die gesamte Sammlung aller Lohnarten) genutzt werden?

Es gibt drei Haupt-Optionen:

1.   1. Mandantenübergreifend (Standard)

o    Funktion: Alle Lohnarten stehen in jedem Mandanten (also jedem betreuten Unternehmen/Kunden) zur Verfügung und funktionieren überall gleich.

o    Vorteil:Einfache Verwaltung! Eine Änderung gilt sofort für alle Mandanten.

o    Nachteil: Dieselbe Lohnartennummer kann nicht mit unterschiedlichen Funktionen in verschiedenen Mandanten belegt werden.

o    Tipp: Individualisierungen sind oft über Mandantenkonstanten möglich, ohne die zentrale Verwaltung aufzugeben.

2.   2. Mandantenspezifisch

o    Funktion: Die Lohnartennummer kann für jeden Mandanten individuell konfiguriert werden.

o    Vorteil: Höchste Flexibilität. Du kannst zum Beispiel Lohnart 1000 für Mandant A als Überstundenzuschlag 50% und für Mandant B als Nachtzuschlag 25% definieren.

o    Hinweis: Mandantenspezifische Lohnarten überschreiben die mandantenübergreifenden, falls die Nummern identisch sind.

3.   3. Lohnarten-Rahmen

o    Funktion: Eine flexible Mischung, bei der du Lohnarten mit einem Kennzeichen versiehst (z.B. Bau, Maler, Öffentlicher Dienst).

o    Vorteil:Ordnung und Übersicht. Im Mandanten wählst du den passenden Rahmen (z.B. Bau). Dadurch werden automatisch alle nicht benötigten Lohnarten (z.B. aus dem Öffentlichen Dienst) ausgeblendet. Das Programm bleibt dadurch schlank und übersichtlich.

Wichtige zentrale Programm-Einstellungen

Zusätzlich zur Mandantenkonfiguration gibt es oft zentrale Programm-Optionen (zu finden unter SystemProgrammeinstellungen), die das Verhalten der Lohnarten global steuern:

Option

Bedeutung (Kurz erklärt)

RessourcenLohnartOhneBetrag

Steuert, ob eine Lohnart in die Abrechnung übernommen wird, auch wenn ihr Betrag Null ist. (Standard: Nur Beträge größer 0 werden übernommen).

LohnartDetailAnzahlMonate

Legt fest, wie viele Monate die Historie (Vergangenheit) der Lohnarten im Personalstamm des Mitarbeiters sichtbar ist.

LohnartNrAlt

Definiert einen Nummernbereich für veraltete Lohnarten, die automatisch dorthin verschoben werden, wenn eine Lohnart für einen neuen Zeitraum aktualisiert wird. Dies hält die aktuellen Nummern frei.

 

Fazit

Die Einrichtung der Lohnarten ist zwar eine einmalige Arbeit, aber sie legt den Grundstein für die gesamte spätere Gehaltsabwicklung. Wähle die passende Nutzung (mandantenübergreifend, -spezifisch oder Rahmen) sorgfältig, denn sie bildet die Basis für eine reibungslose und effiziente Abrechnung!

 


Lohnarten - Altersteilzeit (ATZ)

So steuern Lohnarten die Altersteilzeit (ATZ)

Die Altersteilzeit (ATZ) ist ein komplexes Thema, bei dem jede Lohnart eine ganz bestimmte Rolle spielt. Nur wenn Ihre Lohnarten korrekt gekennzeichnet sind, kann die Software die gesetzlich vorgeschriebene Aufstockung fehlerfrei berechnen.

Dieses Register der Besonderen Kennzeichen ist das Herzstück, um Ihre Lohnarten fit für die ATZ zu machen. Wir beantworten die wichtigsten W-Fragen dazu.

Was sind diese besonderen Kennzeichen und Wozu dienen sie?

Die besonderen Kennzeichen sind spezielle Häkchen, Schalter oder Optionen, die Sie bei der Definition jeder einzelnen Lohnart in Ihrem Abrechnungssystem setzen können.

Wozu dienen sie?

Sie definieren, wie der Betrag dieser Lohnart in die verschiedenen Berechnungen der Altersteilzeit einfließt – vor allem in die Berechnung des Aufstockungsbetrages. Ohne diese Kennzeichnung wüsste das System nicht, welche Lohnarten die Basis bilden oder welche in der Freistellungsphase wegfallen.

Wer steuert das und Wie funktioniert die Unterscheidung?

Wer steuert die Zuordnung?

  • Das Personalwesen oder die Lohnbuchhaltung ist dafür verantwortlich, jede Lohnart mit dem korrekten Kennzeichen zu versehen.

Wie wird unterschieden?

Die Unterscheidung ist historisch bedingt und richtet sich nach dem Beginn der Altersteilzeit-Vereinbarung:

  • Neues Recht (Ab 01.07.2004): Gesteuert durch Häkchen (Flags) in den Lohnartendetails. Hier gilt das Regelentgelt als Basis.
  • Altes Recht (Bis 30.06.2004): Gesteuert durch nummerierte Optionen (0 bis 7). Hier gilt das ATZ-Brutto als Basis.

Welches Recht angewendet wird, ist im Mitarbeiterstamm hinterlegt.

Wieso/Weshalb/Warum gibt es so viele Optionen? (Das Neue Recht)

Die verschiedenen Häkchen (Flags) im Neuen Recht sind notwendig, um alle gesetzlichen und praktischen Szenarien abzudecken:

Kennzeichen

Funktion (WAS bewirkt es?)

Warum ist es nötig?

ATZ-Wertguthaben

Lohnarten (z.B. Mehrarbeitsstunden) werden in das Wertguthaben des Mitarbeiters eingefügt und später in der Freistellungsphase wieder ausgezahlt.

Um im Blockmodell die Arbeitsphase korrekt zu "füllen" und die Freistellungsphase aus diesem Guthaben zu finanzieren.

ATZ-Regelentgelt

Kennzeichnet Lohnarten, deren Beträge in die Basis zur Berechnung der Aufstockung einfließen.

Die Aufstockung (mindestens 20 %) muss auf Basis des Regelarbeitsentgelts berechnet werden – diese Kennzeichnung definiert, was dazugehört.

ATZ-EGA aufstocken

Ermöglicht die freiwillige Aufstockung von Einmalzahlungen (z.B. Prämien), obwohl das Gesetz dies nicht vorsieht.

Um in Ausnahmefällen dem Mitarbeiter eine höhere Aufstockung zukommen zu lassen.

ATZ keine RV-Aufstockung

Lohnarten werden nur brutto aufgestockt, aber nicht bei der Rentenversicherungs-Aufstockung berücksichtigt.

Nötig bei Lohnarten, die in der Freistellungsphase automatisch entfallen (z.B. geldwerter Vorteil Firmen-PKW). Der Bruttolohn wird angepasst, die RV-Beitragsbemessung aber nicht.

 

Wie werden Lohnarten im Alten Recht gesteuert?

Für die "Altfälle" bis zum 30.06.2004 gibt es nummerierte Optionen im Feld ATZ-Brutto, die festlegen, wie eine Lohnart in die Aufstockungsberechnung einfließt.

Option

Funktion (WAS bewirkt es?)

Praxis-Relevanz

1 – aufstocken

Der Betrag dieser Lohnart wird für den 20 %igen Aufstockungsbetrag als Basis genutzt.

Häufigste Option. Definiert die Lohnarten, die zur Basis des aufzustockenden Betrages gehören.

2 – herausrechnen Brutto

Der Betrag wird vom Bruttobetrag abgezogen, der für die Aufstockung verwendet wird, aber für die Mindestnetto-Berechnung berücksichtigt.

Häufige Option. Nötig für Lohnarten, die nicht zur Aufstockungsbasis zählen sollen, aber zum Netto gehören.

0 – nicht aufstocken

Die Lohnart wird nicht für die Bruttoaufstockung berücksichtigt, aber für das Mindestnetto.

Für Lohnarten, die gesondert behandelt werden.

3 – herausrechnen Brutto + RV

Der Betrag wird weder für die Brutto- noch für die RV-Aufstockung berücksichtigt.

Für Sonderfälle bei der Rentenversicherungs-Aufstockung.

Praxis-Tipp: Die Optionen 1 (aufstocken) und 2 (herausrechnen Brutto) sind in der Praxis am relevantesten. Lohnarten, die nicht aufgestockt werden, erscheinen zur besseren Übersicht in der Zeile 1b der ATZ-Liste.

 


Lohnarten - Berechnung - Betrag

Spalte „Betrag“: Der Geldwert (Der Preis)

Die Spalte „Betrag“ ist der zweite Operator und definiert den monetären Wert der in der Spalte „Anzahl“ definierten Einheit (z.B. der Stundenlohn pro Stunde).

 

Woher der „Betrag“ kommt (Feld „Bezug“)

Die Bezugsvarianten für den Betrag sind weitaus komplexer, da sie auf alle finanziellen Kenngrößen des Mitarbeiters zugreifen müssen:

Bezugs-Optionen

Beispielhafte Anwendung

Erklärung & Logik

3 (Tariflohn 1)

Lohnart für Grundstundenlohn

Der Betrag wird direkt aus dem individuellen Tariflohn-Feld im Mitarbeiterstamm gezogen. Hier kann auch ein Bezug zum Vormonat hergestellt werden (z.B. für Lohnarten, die auf dem Tariflohn des Vormonats basieren).

8 (Brutto-Schnitt)

Lohnart für Urlaubs-/Krankenentgelt

Der Betrag wird aus dem durchschnittlichen Monatsbrutto der letzten 3, 6 oder 12 Monate berechnet (wichtig für die Entgeltfortzahlung bei schwankendem Lohn).

15 (Steuerbrutto)

Lohnart für Berechnungsgrundlagen

Der Betrag wird auf das bisher aufgelaufene Steuerbrutto des Mitarbeiters gesetzt.

51 (Zuschuss Mutterschaftsgeld)

Lohnart für AG-Zuschuss

Das Programm berechnet automatisch das durchschnittliche Netto der letzten drei Monate und zieht das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse ab, um den Zuschussbetrag zu ermitteln.

49 (KUG-Auszahlung)

Lohnart für KUG-Aufstockung

Der Betrag greift auf das berechnete KUG der Agentur für Arbeit zu, um einen freiwilligen AG-Zuschuss prozentual darauf zu berechnen.

Optionen „Betrag“: Sonderfälle und juristische Kennzeichen

Die Optionen Betrag dienen dazu, der Lohnart spezielle juristische oder tarifliche Kennzeichen mitzugeben:

  • Sonderfälle (z.B. AG-Zuschuss VL): Mit dieser Kennzeichnung wird die Lohnart an bestimmte Bedingungen geknüpft (z.B. wird der VwL-Zuschuss nur gezahlt, wenn ein VwL-Konto im Stamm vorhanden ist und der Zuschuss nicht den Überweisungsbetrag übersteigt).
  • SFN-Grenze: Dient der Deckelung des steuerfreien Anteils von Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen.
  • Plus Zulage 1-8: Fügt die im Mitarbeiterstamm hinterlegten Zulagen zum ermittelten Betrag hinzu, um den Gesamtbetrag der Lohnart zu bilden.
  • Währung umrechnen: Wichtig für internationale Abrechnungen. Hier kann festgelegt werden, ob der Betrag in die Fremdwährung umgerechnet oder stets in Euro geführt werden soll.
  •  

Folgelohnart: Die Automatisierung von Zuschlagsketten

Die Folgelohnart ist das Werkzeug zur Prozessautomatisierung und zur Abbildung von Lohnartenketten (z.B. Überstunde / Zuschlag).

 

Das Funktionsprinzip

Die Folgelohnart (die eine höhere Lohnartennummer als die Ursprungslohnart haben muss) wird automatisch ausgelöst, sobald die Ursprungslohnart abgerechnet wird.

3.2. Steuerung der Übergabe

Die Felder Folge-Art und Folge-Faktor bestimmen, wie der Wert von der Ursprungs- zur Folgelohnart übergeht:

  • Folge-Art (Was wird übergeben?):
    • 1 (Anzahl): Die Anzahl (z.B. 10 Stunden) wird übergeben.
    • 2 (Betrag): Der errechnete Geldwert (z.B. 250 €) wird übergeben.
    • 3 (Betrag / Teilzeit-%): Der Geldwert wird übergeben und gleichzeitig automatisch um den Teilzeitgrad des Mitarbeiters reduziert.
  • Folge-Faktor (Wie viel?):
    • Beispiel: Bei einer Folgelohnart für den 25%-Überstundenzuschlag wählen Sie Folge-Art 1 (Anzahl) und Folge-Faktor 0,25. Das Programm nimmt 25 % der Stunden und multipliziert sie mit dem Betrag der Zuschlagslohnart.

Lohnarten - Berechnung - Betrag prüfen

Wir befinden uns noch im Register „Berechnung“, genauer gesagt im Bereich „Optionen Betrag“. Innerhalb dieses Bereichs gibt es das Unterregister „Prüfen“. Dieses dient dazu, den vom System errechneten Betrag einer Lohnart nachträglich zu korrigieren, anzuheben oder zu deckeln.

Es ist die letzte Kontrollinstanz, bevor der Wert der Lohnart feststeht.

Die W-Fragen zur Funktion „Prüfen“

W-Frage

Antwort

Was macht das Register „Prüfen“?

Es sorgt für die Einhaltung von Grenzen (Mindest-/Höchstbeträge) und steuert das Verhalten bei Durchschnittsberechnungen mit 0-Euro-Werten und bei geldwerten Vorteilen (Schattenabrechnung).

Wer nutzt diese Einstellungen?

Der Lohnbuchhalter, um gesetzliche Anforderungen (Mindestlohn, Beitragszuschüsse) und vertragliche Grenzen (Gehaltsdeckelung) zu gewährleisten.

Wieso und Weshalb ist die Prüfung nötig?

Sie stellt sicher, dass kein zu niedriger Betrag (Mindestens) und kein zu hoher Betrag (Maximal) an den Mitarbeiter ausgezahlt wird oder dass der Betrag gesetzliche Grenzen (z.B. Zuschüsse zur privaten KV) nicht überschreitet.

 

1. Feld „Mindestens“: Die Anhebung des Betrags

Diese Option ist entscheidend für die Einhaltung von Mindestansprüchen wie dem Mindestlohn oder tariflichen Mindestlöhnen.

Wie es funktioniert:

Der vom System berechnete Betrag wird mit dem hier eingestellten Mindestwert verglichen. Ist der berechnete Betrag niedriger, wird er auf den Mindestwert angehoben.

Option

Name & Bedeutung

Konkretes Anwendungsbeispiel

1 (Eingabe)

Fester Mindestbetrag

Festlegung eines festen Mindestbetrags in EUR direkt in der Lohnart.

2 (Tariflohn)

Individuelle Basis

Der Betrag muss mindestens so hoch sein wie der individuelle Tariflohn des Mitarbeiters.

6 (Tariflohn plus alle Zulagen)

Tarifliche Gesamtbasis

Der Betrag muss mindestens der Summe aus Tariflohn und allen Zulagen im Personalstamm entsprechen (wichtig bei komplexen Tarifverträgen).

8 (Anzahl mind.)

Zähl-Lohnarten

Sonderfall: Wird der eingetragene Mindestwert der Anzahl (z.B. 10 Stunden) unterschritten, wird der Betrag auf 0 gesetzt. Dies wird für Zähl-Lohnarten genutzt, die erst ab einer bestimmten Schwelle (z.B. ab 11. Überstunde) zahlen sollen.

 

2. Feld „Maximal“: Die Deckelung des Betrags

Diese Option dient dazu, den Betrag auf einen gesetzlichen oder vertraglichen Höchstwert zu begrenzen.

Wie es funktioniert:

Der berechnete Betrag wird mit dem hier eingestellten Maximalwert verglichen. Ist der berechnete Betrag höher, wird er auf den Maximalwert gedeckelt.

Option

Name & Bedeutung

Konkretes Anwendungsbeispiel

1 (Eingabe)

Fester Maximalbetrag

Festlegung eines festen Höchstbetrags in EUR direkt in der Lohnart.

7 (Beitrag private KV)

Gesetzlicher Zuschuss

Begrenzt den Betrag auf den maximal möglichen Arbeitgeber-Zuschuss zur privaten Krankenversicherung (gesetzliche Deckelung).

10/11 (maximal/immer Tarifstufe)

Tarifliche Höchstgrenze

Der Betrag darf den Wert einer spezifischen Tarifstufe (aus dem zugeordneten Tarifwerk) nicht überschreiten.

24 (Max. SV-freier AG Zuschuss zum KUG)

KUG-Zuschuss

Begrenzt den Betrag auf den maximalen steuer- und SV-freien Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld.


3. Feld „Schnitt 0,00 Erlaubt“: Umgang mit Nulldurchschnitten

Dieses Feld steuert, wie das Programm bei einer Durchschnittsberechnung (z.B. für Urlaubsentgelt) mit Monaten umgeht, in denen der Mitarbeiter kein Entgelt bezogen hat (0,00 €).

Einstellung

Bedeutung

Auswirkung

Haken gesetzt

0,00 € ist zulässig.

Monate ohne Zahlung fließen in die Durchschnittsberechnung ein und senken den ermittelten Schnitt (z.B. bei längerer unbezahlter Fehlzeit).

Kein Haken

0,00 € wird ignoriert.

Würde der Durchschnitt 0,00 € ergeben, greift das Programm auf den hinterlegten Tariflohn zurück. Dies verhindert, dass ein Monat ohne Zahlung den Durchschnitt drastisch auf Null senkt.

Wichtig: Diese Einstellung ist relevant für alle Lohnarten, die einen Durchschnitt als Betragsbasis verwenden (Bezugsvarianten 8, 9, 24 etc.).

 

4. Feld „Schattenabrechnung erzeugen“: Transparenz bei Sachbezügen

Diese Funktion dient der maximalen Transparenz für den Mitarbeiter, insbesondere bei geldwerten Vorteilen (wie einem Firmenwagen).

Wie funktioniert die Schattenabrechnung?

  1. Das Programm führt zwei separate Nettoberechnungen durch:
  • Netto A: Mit Berücksichtigung der Lohnarten mit diesem Kennzeichen (z.B. der geldwerte Vorteil des Firmenwagens).
  • Netto B: Ohne Berücksichtigung dieser Lohnarten.
Vergleich: Die Differenz zwischen Netto A und Netto B wird als „Netto-Vergleichsdifferenz“ auf der Verdienstabrechnung ausgewiesen.

Wieso ist das nötig?

Ein geldwerter Vorteil erhöht das Brutto und damit die Abzüge, wird aber nicht ausgezahlt. Dies kann das tatsächliche Auszahlungsnetto senken. Die Schattenabrechnung macht transparent, wie stark der Sachbezug die Steuerlast und das Netto beeinflusst hat, ohne die tatsächliche Auszahlung zu verfälschen.

 


Lohnarten - Berechnung - Spalte Prozent

Die Funktion der Spalte „Prozent“ und des Wertes

Die Spalte "Prozent" und der "Wert" in der Lohnartenberechnung dienen dazu, das berechnete Ergebnis gezielt zu verändern oder als Basis heranzuziehen.

1. Was ist der Zweck? (Wesentliche Funktion)

  • Die Hauptfunktion ist die prozentuale Anpassung eines zuvor ermittelten Berechnungsergebnisses.
  • Sie ermöglicht es, eine automatische, regelbasierte Berechnung durchzuführen.

2. Woher kommt der Prozentwert? (Das Feld „Bezug“)

Das Feld "Bezug" in der Spalte "Prozent" legt fest, welche Quelle der anzuwendende Prozentsatz hat. Diese Quelle steuert, ob der Wert fest definiert oder individuell dynamisch ist.

Bezugsnummer

Bezugsvariante

Explizite Bedeutung

0

Keine Eingabe

Der Lohnartenteil wird voll (100 %) gezahlt. Es findet keine prozentuale Anpassung statt.

1

Eingabe

Der Prozentsatz muss manuell im Mitarbeiterstamm (oder bei der Lohnartanlage) eingegeben werden.

2

fester Wert

Ein konstanter Prozentsatz wird direkt in der Lohnart selbst festgelegt und gilt für alle Anwendungsfälle.

3

Teilzeit %

Es wird der individuelle Teilzeitgrad des Mitarbeiters aus dem Personalstamm als Prozentfaktor verwendet (z.B. 60 %).

4

Tabelle

Der benötigte Prozentsatz wird aus einer hinterlegten Tabelle (z.B. Tarif- oder Stufentabelle) abgerufen.

5

Arbeitszeit pro Tag

Die tägliche Arbeitszeit des Mitarbeiters wird als Prozentfaktor herangezogen.

10

Leistung in %

Der im Mitarbeiterstamm hinterlegte Leistungsprozentsatz wird zur Berechnung genutzt.

11

100 - Leistung %

Es wird die Differenz zwischen 100 % und dem Leistungsprozentsatz des Mitarbeiters verwendet.

30

ohne Berechnung

Es wird mit 100 % gerechnet, aber der eingegebene Prozentsatz wird im System angezeigt.

32

Teilzeit % - max. 100

Nutzt den Teilzeitgrad (wie bei 3), begrenzt den Faktor aber auf maximal 100 %, falls im Stamm über 100 % hinterlegt sind.

3. Typisches Anwendungsbeispiel

  • Teilzeitanpassung: Wenn ein Mitarbeiter einen Teilzeitgrad von 60 % hat, wird das reguläre Tarifentgelt (100 %) mit diesem Faktor multipliziert (Bezugsvariante 3 = Teilzeit %). Das Ergebnis ist eine Reduzierung des Entgelts um 40 %.

Die Überlauf-Funktion: Grenzwerte steuern

Die Überlauf-Funktion ist ein Mechanismus, um Grenzwerte (z.B. Höchstbeträge pro Jahr oder Monat) für eine Lohnart zu überwachen und bei Erreichen oder Überschreiten automatisiert eine Folgeaktion auszulösen.

1. Was ist der Zweck?

  • Überwachung von Höchstgrenzen: Sie definiert und überwacht gesetzliche (z.B. Freibeträge) oder interne Grenzwerte für Lohnarten.
  • Automatische Reaktion: Bei Überschreitung wird eine definierte Folgelohnart ausgelöst, um den übersteigenden Betrag anders zu behandeln (z.B. steuerpflichtig zu machen).

2. Wie wird der Grenzwert bestimmt?

Der Schwellenwert, der den Überlauf auslöst, kann auf zwei Arten festgelegt werden:

  • Fester Wert: Der Grenzwert wird direkt in der Lohnart hinterlegt (z.B. 1.080 EUR Rabattfreibetrag).
  • Individuell: Der Wert wird personenindividuell aus Zusatzdaten im Personalstamm übernommen.

3. Die Funktionsweise (Überlauf-Typ)

Das Feld "Überlauf Typ" in der Lohnart definiert, was genau passiert, wenn der Grenzwert erreicht wird und die Folgelohnart (die immer eine höhere Nummer als die Ursprungslohnart haben muss) aktiv wird:

Überlauf-Typ

Beschreibung

Auswirkung auf die Lohnarten

Typ 1

Ohne Wert übergeben

Die Folgelohnart wird ausgelöst, es wird kein Betragübergeben.

Typ 2

Mit Wert übergeben

Die Ursprungslohnart stoppt beim Grenzwert. Die GESAMTE Summe (Ursprungswert + Überschreitung) wird an die Folgelohnart übergeben.

Typ 3

Nur Überlauf übergeben

Die Ursprungslohnart stoppt beim Grenzwert. NUR der übersteigende Betrag wird an die Folgelohnart übergeben. (Typisch für Freibeträge).

Typ 4

Gekappten Wert übergeben

Der Ursprungswert wird auf den Grenzwert gekappt. Genau dieser gekappte Betrag (der Grenzwert) wird an die Folgelohnart übergeben.

Beispiel (Typ 3):

  • Grenzwert: 1.000 EUR
  • Aktueller Wert: 1.200 EUR
  • Ursprungslonart erhält: 1.000 EUR (Maximum)
  • Folgelohnart erhält: 200 EUR (Nur die Überschreitung)

 


Lohnarten - die Verdiensterhebung

Als Unternehmen sind Sie verpflichtet, regelmäßig Daten über die Gehälter und Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter an das Statistische Landesamt zu melden – die sogenannte Verdiensterhebung.

Damit diese Meldung nicht in einem Chaos endet, muss jede Lohnart genau wissen, welchen Beitrag sie zur Statistik leistet. Hier erklären wir, was das Feld "Statistisches Landesamt" im Kontext Ihrer Lohnarten bewirkt und warum die korrekte Schlüsselung so wichtig ist.

Was ist die Steuerung des Statistischen Landesamtes?

Das Feld "Statistisches Landesamt" in der Lohnart ist ein Zuordnungsschlüssel. Er legt fest, wie die abgerechneten Werte (Beträge, Stunden, Überstunden) dieser Lohnart in die gesetzlich vorgeschriebenen Berichte und Statistiken einfließen.

  • Der Ort: Dieses Kennzeichen wird im Register "Statistik" jeder einzelnen Lohnart definiert.
  • Der Zweck: Die Berichte, die an die Landesämter gesendet werden, greifen direkt auf diese Kennzeichnung zurück.

Wieso/Weshalb/Warum ist diese Kennzeichnung zwingend erforderlich?

Wer fordert die Daten?

  • Das Statistische Landesamt und das Statistische Bundesamt. Diese Ämter benötigen die Daten, um wichtige volkswirtschaftliche Statistiken (wie die durchschnittliche Einkommensentwicklung oder die Arbeitszeitstruktur) zu erstellen.

Warum ist die Schlüsselung so wichtig?

  • Gesetzliche Pflicht: Die Verdiensterhebung ist eine zwingend vorgeschriebene Meldepflicht.
  • Präzision: Da die Ämter unterschiedliche Kriterien haben (z. B. müssen Überstundenlohnarten separat ausgewiesen werden), muss jede Lohnart exakt zugeordnet sein.
  • Korrektheit: Nur eine korrekte Definition der Lohnarten gewährleistet, dass die generierten Berichte vollständig und richtig sind. Fehler können zu Rückfragen oder Korrekturen durch die Ämter führen.

Wie steuern die Optionen Betrag und Stunden?

Die Steuerungsoptionen legen fest, welche Werte der Lohnart an das Landesamt gemeldet werden sollen.

Option

Funktion (WAS wird gemeldet?)

Beispiel Lohnart & Anwendung

1: nur Betrag

Nur der Geldbetrag der Lohnart fließt als Monatsverdienst ein.

Feste Zulagen.

2: nur Stunden

Nur die Anzahl der Stunden fließt als bezahlte Arbeitsstunden ein.

Bestimmte Zeitkonten.

3: Betrag und Stunden

Beides wird berücksichtigt. (Entspricht Option 10: Betrag und Monatsstunden).

Grundlohn bei Stundenlöhnern.

4: nur Überstunden

Nur die Anzahl der Überstunden wird gemeldet.

Überstundenstunden ohne Auszahlung.

5: Betrag und Überstunden

Betrag und Stunden werden gemeldet und als Überstunden ausgewiesen.

Überstunden Grundvergütung (sowohl der Betrag als auch die geleisteten Stunden sollen in die Statistik).

6–8: mindern

Negative Werte (Beträge oder Stunden) werden gemeldet.

Korrekturen oder Rückrechnungen von Stunden/Beträgen.

11: Sonstige Zuschläge

Die Werte werden separat als Zuschläge gemeldet.

Samstagszuschläge, die nicht als Überstunden gelten.

12: Entgeltumwandlung

Der Wert wird als Entgeltumwandlung gemeldet, aber nicht zum Gesamtverdienst addiert.

Für die korrekte statistische Erfassung von bAV-Beiträgen.

Praxis-Beispiel:

Wenn Sie die Lohnart "Überstunden Grundvergütung" mit Option 5 ("Betrag und Überstunden") kennzeichnen, sorgen Sie dafür, dass im statistischen Bericht sowohl die Höhe der gezahlten Beträge als auch die Anzahl der geleisteten Überstunden separat und korrekt ausgewiesen werden.

Zusammenfassung

Das Kennzeichen "Statistisches Landesamt" ist ein Pflichtfeld in der Lohnartenverwaltung. Es sorgt dafür, dass die gesetzlich vorgeschriebene Verdiensterhebung korrekt und vollständig erfolgt. Wer die Lohnarten korrekt schlüsselt, spart sich die aufwendige manuelle Aufbereitung der Daten und gewährleistet die rechtliche Konformität der Meldungen.

 


Lohnarten - Durchschnittstopf

So werden Prämien und Urlaubsgeld fair berechnet

Nicht jeder Gehaltsbestandteil ist jeden Monat gleich hoch. Wie berechnet man also Urlaubs- oder Feiertagsentgelt fair und gesetzeskonform, wenn der Lohn durch variable Zuschläge schwankt?

Die Antwort liegt in den Durchschnittstöpfen (auch Durchschnittsspeicher genannt). Dieses Werkzeug ist essenziell im Kontext Ihrer Lohnarten, um schwankende Zahlungen in eine stabile, berechenbare Basis zu überführen.

Was sind „Durchschnittstöpfe“ und wozu dienen sie?

Was?

  • Durchschnittstöpfe sind virtuelle Speicherplätze (bis zu 5 Stück), die in Ihrer Lohnsoftware zur Verfügung stehen.
  • Sie sammeln über einen festgelegten Zeitraum Beträge und/oder Stunden aus den Lohnarten eines Mitarbeiters.

Wozu?

  • Sie dienen als kalkulatorische Basis für die Berechnung von Entgelten, bei denen der Gesetzgeber oder Tarifvertrag einen Durchschnittswert vorschreibt.
  • Typische Anwendungsfälle: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, oder Prämienzahlungen.

 

Wieso/Weshalb/Warum sind sie im Lohnarten-Kontext wichtig?

Die Relevanz liegt in der Schlüsselung der Lohnarten als Input- oder Output-Quelle:

  1. Input-Steuerung (Befüllung): Jede Lohnart, die in den Durchschnitt einfließen soll (z. B. Nachtzuschläge), muss explizit gekennzeichnet werden, um den Topf zu befüllen.
  2. Output-Nutzung (Berechnung): Die Lohnart, die den Durchschnittswert auszahlen soll (z. B. "Urlaubsentgelt"), muss explizit auf den gefüllten Topf zugreifen.

Ohne diese korrekte Kennzeichnung wüsste das System nicht, welche Lohnarten ein- und ausgehen sollen, und die Berechnung wäre fehlerhaft.

Wie funktioniert die Steuerung der Lohnarten?

Die Steuerung erfolgt in zwei Schritten: Befüllen und Nutzen.

1. Befüllung der Durchschnittstöpfe (Im Register der Lohnart)

Im Einstellungsbereich jeder Lohnart legen Sie fest, ob und wie diese den Durchschnittstopf befüllt. Es stehen bis zu fünf Töpfe zur Verfügung, die Sie individuell benennen können.

Option

Bedeutung

Beispiel

0

(Nicht berücksichtigen)

Die Lohnart wird ignoriert.

1

nur Betrag

Nur der ausgezahlte Betrag fließt in den Topf.

3

Betrag und Stunden

Beides fließt in den Topf.

4–6

... mindern

Beträge oder Stunden werden vom Topf abgezogen (z. B. bei Korrekturen).

2. Definition des Schnitts (Wann wird gerechnet?)

Hier legen Sie fest, wie viele Monate in die Berechnung einfließen sollen und ab wann diese Zählung beginnt. Sie können bis zu 5 verschiedene Schnitte definieren, die Sie dann dem jeweiligen Topf zuweisen.

Parameter

Funktion

Beispiel

Monate

Die Anzahl der Monate, die in den Durchschnitt einfließen.

6

Ab Monat

Steuert, ab welchem Monat gerechnet wird.

5 (bedeutet: ab dem 5. Vormonat)

Negativzahlen

Beziehen sich rückwärts vom Abrechnungsmonat.

–1 (bedeutet: Vormonat)

Beispiel: Ein Weihnachtsgeld soll nach dem Durchschnitt der letzten 6 Monate (beginnend ab dem 5. Vormonat) berechnet werden: Monate = 6, Ab Monat = 5.

3. Nutzung der Durchschnittswerte (Im Register Berechnung)

Um den gefüllten Topf für eine Auszahlung zu verwenden (z. B. für eine Urlaubslohnart), greifen Sie im Register "Berechnung" auf ihn zu.

  • In der Anzahl-Spalte wählen Sie die Varianten 10 und 28.
  • In der Betrag-Spalte wählen Sie Varianten wie 8, 9, 10, 31, 32 usw.

Diese "Referenz-Varianten" weisen die auszahlende Lohnart an, den Durchschnittswert aus dem gewünschten Topf zu ziehen, anstatt manuell einen Betrag einzugeben.

Wer kontrolliert und wie sichert man die Qualität?

Wer kontrolliert?

  • Die Lohnbuchhaltung ist für die Kontrolle zuständig.

Kontrollmöglichkeiten:

  • Mitarbeiterstamm / Berichtswesen:Über spezielle Berichte ("Mitarbeiter-Durchschnitte") können Sie die Berechnung exakt nachvollziehen.
  • Abrechnungsdialoge: Die Inhalte der Töpfe können direkt in der Verdienstabrechnung und im Lohnkonto aufgerufen und bei Bedarf manuell korrigiert werden.

Wichtigste Empfehlung (Warum Prävention besser ist als Korrektur):

Hinterlegen Sie die Steuerung der Befüllung (Optionen 1 bis 6) unbedingt von Anfang an korrekt im Register "Statistik". Jede nachträgliche Änderung erfordert eine Rückrechnung für alle betroffenen Mitarbeiter und Monate, was einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet.

 


Lohnarten - Feld "Beschäftigung"

Die Kürzung von Einmalbezügen (wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) wird hier besprochen.

Während das Feld „Teilmonate“ das monatliche Gehalt steuert, nutzt das Feld „Beschäftigung“ eine andere Logik, um Sonderzahlungen fair zu kürzen.

Die W-Fragen zur Kürzung von Einmalbezügen

W-Frage

Antwort

Was regelt das Feld „Beschäftigung“?

Es steuert die anteilige Kürzung von Einmalbezügen im Verhältnis zur Dauer der Betriebszugehörigkeit im aktuellen Abrechnungsjahr.

Wer nutzt diese Einstellungen?

Der Lohnbuchhalter, um vertragliche oder tarifliche Regeln für Sonderzahlungen (z.B. Anspruch auf Urlaubsgeld erst nach 6 Monaten) im System abzubilden.

Wieso und Weshalb ist es anders als „Teilmonate“?

Laufendes Entgelt wird auf Monatsbasis (Tage/Stunden) gekürzt. Einmalbezüge werden oft auf Jahresbasis (volle Monate/12) gekürzt, da sie eine Belohnung für die Leistung über das gesamte Jahr sind.


Die Kürzungsmethoden im Detail

Die hier ausgewählte Option legt den Kürzungsfaktor für die Sonderzahlung fest. Der Teiler ist dabei fast immer die Zahl 12 (Monate).

Option

Name & Bedeutung

Konkreter Anwendungsfall

Rechenprinzip

0

keine Kürzung

Standard für alle Lohnarten, die laufendes Entgelt sind (Gehalt, Stundenlohn).

Nicht relevant für Einmalbezüge, aber die Standardeinstellung.

2

volle Monate/12

Die häufigste Methode für Einmalbezüge. Nur komplett gearbeitete Monate zählen für den Anspruch.

Tritt der MA am 15.02. ein, zählt der Februar nicht. Der MA bekommt 10/12 der Zahlung.

3

Monate/12

Kulanteste Methode. Auch Teilmonate (Monate mit Ein-/Austritt) zählen für den Anspruch.

Tritt der MA am 15.02. ein, zählt der Februar. Der MA bekommt 11/12 der Zahlung.

1

Beschäftigungstage/Abrechnungsjahr

Eine sehr genaue, taggenaue Kürzungsmethode.

Berechnung: Gezahlte Tage / 365.

5

1. verknüpfte Personalnummer

Eine Sonderregelung für Systemwechsel oder Kopien.

Zahlungssperre: Die Zahlung erfolgt im ersten Monat, wenn der Mitarbeiter nach dem 1. des Monats anfängt und aus einem Vorgängerstatus kopiert wurde, erst ab dem Folgemonat.


Zusammenfassung und Übergang

Das Feld „Beschäftigung“ ist das Pendant zum Feld „Teilmonate“ und stellt sicher, dass Ihre Mitarbeiter nur den anteiligen Anspruch auf Sonderzahlungen erhalten, den sie durch ihre geleistete Zeit im Jahr erworben haben.


Lohnarten - Feld Sozialleistung

Wir wenden uns einem weiteren wichtigen Spezialfall zu: Die Behandlung von Lohnarten, wenn ein Mitarbeiter Sozialleistungen (wie Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder Verletztengeld) bezieht.

Das Feld „Sozialleistung“ im Register „Allgemein“ ist entscheidend, um die korrekte Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge in diesen komplexen Situationen sicherzustellen.

Die W-Fragen zum Feld „Sozialleistung“

W-Frage

Antwort

Was regelt das Feld?

Es kennzeichnet Lohnarten, die der Arbeitgeber ungekürzt weiterzahlt, obwohl der Mitarbeiter eine Sozialleistung (z.B. Krankengeld) erhält.

Wer konfiguriert das?

Der Lohnbuchhalter, da es direkten Einfluss auf die beitragspflichtige Einnahme und den SV-Freibetrag hat.

Wieso und Weshalb ist diese Kennzeichnung nötig?

Wenn der Arbeitgeber neben dem Krankengeld weiter Leistungen zahlt, muss geprüft werden, ob diese Leistungen einen SV-Freibetragübersteigen. Ist dies der Fall, wird der übersteigende Betrag SV-pflichtig (sogenannte beitragspflichtige Einnahme).


Die Optionen im Detail

Die Auswahl in diesem Feld legt fest, wie die Lohnart in die Berechnung der beitragspflichtigen Einnahme einfließen soll:

Option

Name & Bedeutung

Konkreter Anwendungsfall

Wirkung im Programm

0

(nein)

Standard für alle Lohnarten, die während des Bezugs von Sozialleistungen entweder gekürzt werden (z.B. Monatsgehalt) oder die nicht als weitergezahlte Arbeitgeberleistung gelten (z.B. Einmalbezüge).

Die Lohnart nimmt nicht an der Berechnung der beitragspflichtigen Einnahme teil.

1

anteilig

Wird für alle weitergezahlten AG-Leistungen verwendet. Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass weitergezahlte Beträge nur anteilig (pro Tag) in die Berechnung einfließen dürfen.

Das weitergezahlte Entgelt wird auf die SV-Tage umgerechnet und dann gegen den ermittelten SV-Freibetrag gerechnet.

3

Mutterschaftsgeld

Wird für Lohnarten verwendet, die das ausgezahlte Mutterschaftsgeld oder den Zuschuss zum Krankengeld abbilden.

Diese Beträge sind wichtig für das Lohnprogramm, um den SV-Freibetrag korrekt zu ermitteln, gegen den die anderen weitergezahlten Leistungen (Option 1) gerechnet werden.


Die Logik des SV-Freibetrags

Wie berechnet das Programm?

  1. Das Lohnprogramm (SP_Data PA) ermittelt den SV-Freibetrag (die Höhe der Sozialleistung wie Krankengeld).
  2. Alle Lohnarten, die mit der Option „1 = anteilig“ gekennzeichnet sind (z.B. ein ungekürzter Firmenwagen-Vorteil), werden summiert und gegen diesen Freibetrag gerechnet.
  3. Ergebnis: Wenn die weitergezahlten Arbeitgeberleistungen über dem ermittelten Freibetrag liegen und die Bagatellgrenze von 50,00 €überschritten wird, wird der übersteigende Betrag als beitragspflichtige Einnahme deklariert und verbeitragt.

Fazit: Die korrekte Kennzeichnung mit „Sozialleistung“ ist essenziell für die Einhaltung der SV-Richtlinien und verhindert, dass der Mitarbeiter während des Bezugs von Sozialleistungen SV-rechtlich falsch abgerechnet wird.

 


Lohnarten - Feld Stünden zählen

 Im Lohnartenstamm geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Zeit. Das Feld „Stunden zählen“ im Register „Allgemein“ ist der Schlüssel, damit das Lohnprogramm versteht, ob die erfassten Stunden tatsächliche Arbeit, Überstunden, Fehlzeiten oder nur Berechnungsgrößen sind.

Die W-Fragen zum Feld „Stunden zählen“

Was ist das Feld „Stunden zählen“?

Es ist eine Zuordnungskategorie innerhalb einer Lohnart. Es definiert, welche Art von Stunden die Lohnart repräsentiert, und stellt sicher, dass diese Stunden in den richtigen Summen, auf der Abrechnung und in externen Meldungen (z.B. für die Sozialversicherung) auftauchen.

Wer muss diese Einstellung pflegen?

Der Lohnbuchhalter oder Entgeltabrechner. Dieses Feld ist eng mit der Zeiterfassung und der Berechnung von Stundensätzen verknüpft und muss daher präzise eingestellt werden.

Wieso und Weshalb ist die Auswahl wichtig?

Die korrekte Auswahl ist entscheidend, weil:

  1. Korrekte Berechnung: Sie beeinflusst, wie der Stundenlohn oder der Zuschlag berechnet wird.
  2. Transparenz: Sie sorgt dafür, dass die Stunden auf der Verdienstabrechnung korrekt aufgeschlüsselt werden.
  3. Meldepflicht: Sie füllt wichtige Felder in behördlichen Meldungen (wie EEL-Datensätze) korrekt aus.

Die wichtigsten Optionen im Detail

Hier sehen Sie, wie die verschiedenen Einstellungen die Bedeutung der Stunden innerhalb einer Lohnart verändern:

Option

Name & Bedeutung

Wichtige Konsequenzen (Wofür wird es gebraucht?)

0

Keine

Die Lohnart repräsentiert keine Stunden.

1

Gearbeitete Stunden

Repräsentiert die regulär geleistete Arbeitszeit (z.B. die vertragliche Monatsstundenzahl).

2

Überstunden

Kennzeichnet Stunden, die über die reguläre Arbeitszeit hinausgehen.

3

Fehlstunden

Stunden, die nicht gearbeitet wurden.

4

Akkord-Stunden

Stunden, die im Akkord geleistet wurden.

5

Kurz-Stunden

Dient zur Automatisierung von Gehaltskürzungen bei reduzierter Arbeitszeit.

6

Fehlstunden als Ist-Stunden

Repräsentiert Fehlzeiten, die aber wie geleistete Stunden behandelt werden sollen (z.B. für Zeitkonten).


Fazit

Das Feld „Stunden zählen“ ist ein Detail, das große Wirkung hat. Es sorgt dafür, dass die zeitliche Komponente Ihrer Lohnabrechnung korrekt erfasst, intern verarbeitet und extern gemeldet wird. Die richtige Zuordnung ist essenziell, um nicht nur das Gehalt, sondern auch gesetzliche Meldungen fehlerfrei zu erstellen.

 



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