Spezialwissen Baulohn und Künstlersozialkasse

Im Dschungel der Lohnabrechnung gibt es einige Bereiche, die besondere Sorgfalt erfordern. Einer davon ist das Register ZVK (Zusatzversorgungskasse). Es ist zentral für Arbeitgeber im Baugewerbe (Baulohn) und für alle, die spezielle Zusatzversorgungswerke wie die Künstlersozialkasse (KSK) nutzen.

Was ist das ZVK-Register?

Das ZVK-Register ist ein spezieller Einstellungsbereich in Ihrer Lohnsoftware, der festlegt, wie eine Lohnart in die Berechnung und Meldung von Zusatzversorgungsbeiträgen einfließt.

  • Wer braucht das?Arbeitgeber, die der Zusatzversorgungskasse (ZVK) des Baugewerbes oder anderen vergleichbaren Werken (wie der KSK) angeschlossen sind.
  • Wieso und Warum? Es stellt sicher, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Beiträge und Stundenmeldungen (z. B. für Urlaub und Rente) an die zuständigen Stellen korrekt übermittelt werden.

1.ZVK-Beitragspflicht: Das richtige Brutto finden

Was wird gesteuert?

Zuerst legen Sie über das ZVK-Kennzeichen fest, ob der Betrag einer Lohnart überhaupt zum ZVK-Bruttolohn zählt. Auf Basis dieses Bruttolohns werden die ZVK-Beiträge berechnet.

Spezialfall: Krankheit und Fortzahlung

Dies ist die wichtigste Einstellung: Sie regelt, was passiert, wenn der Mitarbeiter krank wird und der Arbeitgeber keinen Lohn mehr zahlt (Krankengeldbezug).

Einstellung der Lohnart

Wirkung bei Krankengeldbezug

Weshalb ist das wichtig?

MIT Anspruch auf Fortzahlung

Das Programm rechnet den Betrag fiktiv hoch (fortgeschrieben).

Sichert dem Mitarbeiter eine lückenlose Anwartschaft (z. B. für die Rente) in der ZVK, da die Basis für die Beiträge beibehalten wird.

OHNE Anspruch auf Fortzahlung

Das System berücksichtigt den Betrag nicht mehr.

Das ZVK-Brutto fällt geringer aus. Dies wird gewählt, wenn der Anspruch mit der Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers erlischt.

 Der Unterschied: Geht es um Urlaub, wird der Anspruch fast immer fortgeführt (MIT Anspruch), da Urlaub ein bezahlter Anspruch ist, der die Rentenbasis nicht mindern darf. Bei langer Krankheit hängt die Fortzahlung von den genauen Regeln der ZVK ab.

 

2. Baulohn und Stundenerfassung (URMEL und DASKWI)

Im Baugewerbe müssen Stunden nicht nur bezahlt, sondern auch für Urlaubs- und andere Ansprüche gemeldet werden. Hierfür sind die Einstellungen "ZVK gezahlte Stunden" und "ZVK geleistete Stunden" essenziell.

Was sind URMEL und DASKWI?

Dies sind die standardisierten elektronischen Dateiformate:

  • DASKWI-Datei: Die übergeordnete Datei, die alle Kassendaten enthält.
  • URMEL-Satz: Ein Datensatz innerhalb der DASKWI-Datei, der die monatlich zusammengefassten Stunden und Entgelte pro Mitarbeiter enthält.

Die Lohnart-Einstellungen bestimmen, welche Stunden in diesen URMEL-Satz einfließen.

Wie wird gesteuert? (Der Haken-Test)

Die korrekte Zuordnung sichert, dass die ZVK die richtigen Grundlagen für die Berechnung der Arbeitnehmeransprüche erhält.

Feld

Zweck der Summe

Typische Lohnarten (Wo Haken setzen?)

ZVK geleistete Stunden

Summe der tatsächlich gearbeiteten Stunden.

Laufender Stundenlohn, Überstunden (ohne Zuschläge).

ZVK gezahlte Stunden

Summe der Stunden, für die der Mitarbeiter Entgeltanspruch hatte.

Urlaubsentgelt, Feiertagsentgelt, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Fallbeispiel: Urlaub im Baulohn

Ein Mitarbeiter hat 160 Sollarbeitsstunden im Monat, davon 140 Stunden gearbeitet und 20 Stunden Urlaub genommen.

  • Die Lohnart "Lohnstunden" (140 Std.) erhält Haken bei Gezahlt UND Geleistet.
  • Die Lohnart "Urlaubsentgelt" (20 Std.) erhält nur einen Haken bei Gezahlt.

Stundenart

Berechnung

Ergebnis

Auswirkung auf ZVK

Geleistete Stunden

140 Std. (Arbeit)

140 Std.

Basis für die Beitragsberechnung.

Gezahlte Stunden

140 Std. (Arbeit) + 20 Std. (Urlaub)

160 Std.

Basis für den Urlaubsanspruch (der Anspruch bleibt voll erhalten).


 Fazit: Ohne ZVK-Register keine korrekte Meldung

Das ZVK-Register ist nicht optional, sondern eine Pflicht für die betroffenen Branchen. Eine korrekte Einstellung der Lohnarten im ZVK-Register garantiert:

  1. Korrekte Beiträge: Der richtige ZVK-Bruttolohn wird ermittelt.
  2. Korrekte Anwartschaft: Die Ansprüche des Mitarbeiters (Urlaub, Rente) werden auch bei Krankheit und Urlaub gesichert.
  3. Gesetzeskonformität: Die elektronischen Meldungen (DASKWI/URMEL) sind fehlerfrei.

 

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