Als Unternehmen sind Sie verpflichtet, regelmäßig Daten über die Gehälter und Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter an das Statistische Landesamt zu melden – die sogenannte Verdiensterhebung.
Damit diese Meldung nicht in einem Chaos endet, muss jede Lohnart genau wissen, welchen Beitrag sie zur Statistik leistet. Hier erklären wir, was das Feld "Statistisches Landesamt" im Kontext Ihrer Lohnarten bewirkt und warum die korrekte Schlüsselung so wichtig ist.
Was ist die Steuerung des Statistischen Landesamtes?
Das Feld "Statistisches Landesamt" in der Lohnart ist ein Zuordnungsschlüssel. Er legt fest, wie die abgerechneten Werte (Beträge, Stunden, Überstunden) dieser Lohnart in die gesetzlich vorgeschriebenen Berichte und Statistiken einfließen.
Der Ort: Dieses Kennzeichen wird im Register "Statistik" jeder einzelnen Lohnart definiert.
Der Zweck: Die Berichte, die an die Landesämter gesendet werden, greifen direkt auf diese Kennzeichnung zurück.
Wieso/Weshalb/Warum ist diese Kennzeichnung zwingend erforderlich?
Wer fordert die Daten?
Das Statistische Landesamt und das Statistische Bundesamt. Diese Ämter benötigen die Daten, um wichtige volkswirtschaftliche Statistiken (wie die durchschnittliche Einkommensentwicklung oder die Arbeitszeitstruktur) zu erstellen.
Warum ist die Schlüsselung so wichtig?
Gesetzliche Pflicht: Die Verdiensterhebung ist eine zwingend vorgeschriebene Meldepflicht.
Präzision: Da die Ämter unterschiedliche Kriterien haben (z. B. müssen Überstundenlohnarten separat ausgewiesen werden), muss jede Lohnart exakt zugeordnet sein.
Korrektheit: Nur eine korrekte Definition der Lohnarten gewährleistet, dass die generierten Berichte vollständig und richtig sind. Fehler können zu Rückfragen oder Korrekturen durch die Ämter führen.
Wie steuern die Optionen Betrag und Stunden?
Die Steuerungsoptionen legen fest, welche Werte der Lohnart an das Landesamt gemeldet werden sollen.
Option
Funktion (WAS wird gemeldet?)
Beispiel Lohnart & Anwendung
1: nur Betrag
Nur der Geldbetrag der Lohnart fließt als Monatsverdienst ein.
Feste Zulagen.
2: nur Stunden
Nur die Anzahl der Stunden fließt als bezahlte Arbeitsstunden ein.
Bestimmte Zeitkonten.
3: Betrag und Stunden
Beides wird berücksichtigt. (Entspricht Option 10: Betrag und Monatsstunden).
Grundlohn bei Stundenlöhnern.
4: nur Überstunden
Nur die Anzahl der Überstunden wird gemeldet.
Überstundenstunden ohne Auszahlung.
5: Betrag und Überstunden
Betrag und Stunden werden gemeldet und als Überstunden ausgewiesen.
Überstunden Grundvergütung (sowohl der Betrag als auch die geleisteten Stunden sollen in die Statistik).
6–8: mindern
Negative Werte (Beträge oder Stunden) werden gemeldet.
Samstagszuschläge, die nicht als Überstunden gelten.
12: Entgeltumwandlung
Der Wert wird als Entgeltumwandlung gemeldet, aber nicht zum Gesamtverdienst addiert.
Für die korrekte statistische Erfassung von bAV-Beiträgen.
Praxis-Beispiel:
Wenn Sie die Lohnart "Überstunden Grundvergütung" mit Option 5 ("Betrag und Überstunden") kennzeichnen, sorgen Sie dafür, dass im statistischen Bericht sowohl die Höhe der gezahlten Beträge als auch die Anzahl der geleisteten Überstunden separat und korrekt ausgewiesen werden.
Zusammenfassung
Das Kennzeichen "Statistisches Landesamt" ist ein Pflichtfeld in der Lohnartenverwaltung. Es sorgt dafür, dass die gesetzlich vorgeschriebene Verdiensterhebung korrekt und vollständig erfolgt. Wer die Lohnarten korrekt schlüsselt, spart sich die aufwendige manuelle Aufbereitung der Daten und gewährleistet die rechtliche Konformität der Meldungen.