Die Spalte „Betrag“ ist der zweite Operator und definiert den monetären Wert der in der Spalte „Anzahl“ definierten Einheit (z.B. der Stundenlohn pro Stunde).
Woher der „Betrag“ kommt (Feld „Bezug“)
Die Bezugsvarianten für den Betrag sind weitaus komplexer, da sie auf alle finanziellen Kenngrößen des Mitarbeiters zugreifen müssen:
Bezugs-Optionen
Beispielhafte Anwendung
Erklärung & Logik
3 (Tariflohn 1)
Lohnart für Grundstundenlohn
Der Betrag wird direkt aus dem individuellen Tariflohn-Feld im Mitarbeiterstamm gezogen. Hier kann auch ein Bezug zum Vormonat hergestellt werden (z.B. für Lohnarten, die auf dem Tariflohn des Vormonats basieren).
8 (Brutto-Schnitt)
Lohnart für Urlaubs-/Krankenentgelt
Der Betrag wird aus dem durchschnittlichen Monatsbrutto der letzten 3, 6 oder 12 Monate berechnet (wichtig für die Entgeltfortzahlung bei schwankendem Lohn).
15 (Steuerbrutto)
Lohnart für Berechnungsgrundlagen
Der Betrag wird auf das bisher aufgelaufene Steuerbrutto des Mitarbeiters gesetzt.
51 (Zuschuss Mutterschaftsgeld)
Lohnart für AG-Zuschuss
Das Programm berechnet automatisch das durchschnittliche Netto der letzten drei Monate und zieht das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse ab, um den Zuschussbetrag zu ermitteln.
49 (KUG-Auszahlung)
Lohnart für KUG-Aufstockung
Der Betrag greift auf das berechnete KUG der Agentur für Arbeit zu, um einen freiwilligen AG-Zuschuss prozentual darauf zu berechnen.
Optionen „Betrag“: Sonderfälle und juristische Kennzeichen
Die Optionen Betrag dienen dazu, der Lohnart spezielle juristische oder tarifliche Kennzeichen mitzugeben:
Sonderfälle (z.B. AG-Zuschuss VL): Mit dieser Kennzeichnung wird die Lohnart an bestimmte Bedingungen geknüpft (z.B. wird der VwL-Zuschuss nur gezahlt, wenn ein VwL-Konto im Stamm vorhanden ist und der Zuschuss nicht den Überweisungsbetrag übersteigt).
SFN-Grenze: Dient der Deckelung des steuerfreien Anteils von Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen.
Plus Zulage 1-8: Fügt die im Mitarbeiterstamm hinterlegten Zulagen zum ermittelten Betrag hinzu, um den Gesamtbetrag der Lohnart zu bilden.
Währung umrechnen: Wichtig für internationale Abrechnungen. Hier kann festgelegt werden, ob der Betrag in die Fremdwährung umgerechnet oder stets in Euro geführt werden soll.
Folgelohnart: Die Automatisierung von Zuschlagsketten
Die Folgelohnart ist das Werkzeug zur Prozessautomatisierung und zur Abbildung von Lohnartenketten (z.B. Überstunde / Zuschlag).
Das Funktionsprinzip
Die Folgelohnart (die eine höhere Lohnartennummer als die Ursprungslohnart haben muss) wird automatisch ausgelöst, sobald die Ursprungslohnart abgerechnet wird.
3.2. Steuerung der Übergabe
Die Felder Folge-Art und Folge-Faktor bestimmen, wie der Wert von der Ursprungs- zur Folgelohnart übergeht:
Folge-Art (Was wird übergeben?):
1 (Anzahl): Die Anzahl (z.B. 10 Stunden) wird übergeben.
2 (Betrag): Der errechnete Geldwert (z.B. 250 €) wird übergeben.
3 (Betrag / Teilzeit-%): Der Geldwert wird übergeben und gleichzeitig automatisch um den Teilzeitgrad des Mitarbeiters reduziert.
Folge-Faktor (Wie viel?):
Beispiel: Bei einer Folgelohnart für den 25%-Überstundenzuschlag wählen Sie Folge-Art 1 (Anzahl) und Folge-Faktor 0,25. Das Programm nimmt 25 % der Stunden und multipliziert sie mit dem Betrag der Zuschlagslohnart.