Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Anlage in der Software

Die Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für Unternehmen ein großer Verwaltungsposten. Viele Verträge, unterschiedliche Regeln und sich ständig ändernde Gesetze können schnell zu Fehlern führen. Das optionale Modul „bAV-Verträge“ in der SP_Data Personalabrechnung nimmt Ihrer Lohnbuchhaltung diese Komplexität ab.

1. Was ist das Modul „bAV-Verträge“?

Das Modul ist ein zentraler digitaler Aktenordner für alle bAV-Produkte (z.B. Direktversicherungen oder Pensionskassen), die Ihr Unternehmen anbietet.

Im Kern: Es ermöglicht die einmalige, strukturierte Anlage jedes einzelnen bAV-Produkts, um dann die Abrechnung für alle Mitarbeiter, die dieses Produkt nutzen, automatisiert abwickeln zu können.

2. Wer nutzt das Modul?

W-Frage

Antwort

Wer verwaltet die Verträge?

Die Lohn- und Gehaltsabrechnung oder die Personalabteilung Ihres Unternehmens.

Wer profitiert?

Das Unternehmen: durch eine schnelle, fehlerfreie und rechtssichere Abrechnung. Die Mitarbeiter: da ihre bAV-Beiträge zuverlässig und korrekt abgeführt werden.


3. Wie funktioniert die Verwaltung in SP_Data? (Der 3-Schritte-Plan)

Die Verwaltung teilt sich in die zentrale Anlage des Vertrags und die individuelle Zuweisung zum Mitarbeiter.

Schritt 1: Den zentralen bAV-Vertrag anlegen

Sie legen für jedes Produkt (z.B. "Allianz Direktversicherung § 3 Nr. 63") einen Hauptdatensatz an.

  • Vertragstyp wählen: Durch die Auswahl des richtigen Paragrafen (z.B. § 3 Nr. 63 EStG oder § 40b EStG) weist das System automatisch die korrekten Lohnarten (Systemlohnarten) zu.
  • Zentrale Daten hinterlegen: Hier speichern Sie die Bankverbindung, die Adresse des bAV-Instituts und ggf. ein abweichendes Buchungskonto.
  • Merke: Füllen Sie alle Felder (auch für Einmalzahlungen) aus. Dann ist das Produkt vollständig vorbereitet, falls es ein anderer Mitarbeiter in Zukunft nutzt.

Schritt 2: Den Vertrag dem Mitarbeiter zuweisen

Der zentrale Vertrag wird im Mitarbeiterstamm (unter Kontoverbindungen) mit einem Klick zugewiesen.

  • Datenübernahme: Anschrift, Bankdaten und die FiBu-Konten werden automatisch aus dem zentralen Vertrag in den Mitarbeiterstamm übernommen.
  • Individuelle Anpassung: Falls nötig, können Sie diese Daten hier für den Einzelnen überschreiben (übersteuern).

Schritt 3: Den Zahlungsplan erstellen

Über das „Geldsack-Symbol“ legen Sie fest, wie viel und woraus der Mitarbeiterbeitrag gezahlt wird:

  • Beitragshöhe: Monatlicher Euro-Betrag.
  • Beitragsart wählen: Hier entscheiden Sie über die korrekte Lohnverarbeitung:
    • Arbeitnehmerbeitrag aus laufenden Bezügen (vom Monatsgehalt)
    • Arbeitgeberanteil laufend (vom AG finanzierter Beitrag)
    • Arbeitgeberzuschuss gesparte SV (der gesetzlich vorgeschriebene 15 %-Zuschuss)

Das System übernimmt: Sobald der Zahlungsplan hinterlegt ist, sorgt die Auswahl der Beitragsart dafür, dass der richtige Betrag über die automatisch zugeordneten Lohnarten in der Abrechnung verarbeitet wird.

4. Wieso & Weshalb ist die Automatisierung so wichtig?

W-Frage

Antwort

Wieso die zentrale Anlage?

Effizienz: Sie müssen komplexe Informationen (wie die Bankdaten) nur einmal erfassen. Wenn 100 Mitarbeiter denselben Vertrag nutzen, sparen Sie 99 doppelte Eingaben.

Weshalb die Lohnarten-Automatik?

Rechtssicherheit: Die gesetzlichen Vorgaben (z.B. die Unterscheidung zwischen steuerfreiem und sozialversicherungsfreiem Anteil) sind fix in den Systemlohnarten hinterlegt. SP_Data hält diese Lohnarten per Online-Service aktuell. Das minimiert Fehler.

Warum Dynamisierung?

Werterhalt:Über die Dynamisierungs-Optionen können Sie eine jährliche prozentuale Erhöhung des Beitrags hinterlegen. Das sichert die Rente langfristig gegen Inflation ab und wird automatisch in der Lohnabrechnung berücksichtigt.

 

 

5. Worauf müssen Sie besonders achten? (Tipps für die Praxis)

  • Finanzbuchhaltung (FiBu): Kontrollieren Sie vor der ersten Abrechnung unbedingt, ob in den verwendeten bAV-Lohnarten die korrekten FiBu-Kontierungen (Buchungskonten) hinterlegt sind. Sonst klappt die Übertragung in die Buchhaltung nicht.
  • Zahlungsverhinderung: Möchten Sie eine Zahlung unterbinden, nutzen Sie die Funktion „Einbehalt“ oder „gesperrt“ im Mitarbeiterstamm. Es reicht nicht, die Kontoart auf Scheck oder Barzahlung umzustellen!
  • T-Konten verstehen: Zahlungen werden in SP_Data über T-Konten geführt. Soll bedeutet Ausgang (Zahlung wird ausgeführt), Haben bedeutet Eingang (offene Verbindlichkeit).
  • Systemlohnarten: Sie dürfen die Nummer und Bezeichnung der Lohnart ändern, um sie an Ihre interne Struktur anzupassen – die Funktionalität (SystemID) bleibt davon unberührt und wird weiterhin durch SP_Data aktualisiert.

Durch das bAV-Modul wird die Verwaltung der betrieblichen Altersvorsorge zu einem strukturierten, sicheren und transparenten Prozess.

 

» SP_Data-Lexikon